Zughunde-Geschirre

 Y-Geschirr, T-Geschirr oder gar das Norweger geht doch für den Anfang sicherlich auch? 

Nein. 

Ich frage immer gerne: „Würdet ihr in Alltagsschuhen mit dem Laufen anfangen?“ Habt ihr das bei euren ersten Laufversuchen tatsächlich getan, kam euch mit Sicherheit ziemlich schnell der Gedanke, dass richtige Laufschuhe her müssen. Schuhe, die für die Sportart besser sitzen, die passende Dämpfung haben, gut für die Knie sind usw. Nach der Anschaffung machte euch das Laufen mit Sicherheit zu 100% mehr Spaß?!

So dürft ihr euch dies auch bei den Zuggeschirren von Hunden vorstellen. Wenn der Druckpunkt im Zug richtig sitzt, keine Gurte in die Organe quetschen und kein Röcheln zu hören ist, dann wird auch euer Hund zu 100% mehr Spaß am Sport haben.

Falsche „Sport“ausrüstung können, wie bei uns Menschen, auch bei Hunden zu Fehlhaltungen oder sogar zu Folgeschäden führen. 

Passt mein Zuggeschirr?

Es gibt einen groben 4-Punkte Plan, den es bei der Auswahl des passenden Geschirres zu beachten gibt.

  • Brustbein
  • Rippe
  • Schulter/Achse
  • Rutenansatz


…: Brustbein
Das Geschirr sitzt recht eng am Hals, damit der Druckpunkt nicht verrutschen kann. Dieser sollte auf dem Brustbein liegen. Dies ist der Knochen, der sich unter der Luftröhre befindet und leicht zu erfühlen ist.
…: Rippen
Die Gurte, die quer über die Rippen zum Rücken hoch gehen, sollten auf den Rippen liegen (ca. 2-3 Finger zur letzten Rippe). Liegen die Gurte dahinter, können diese zu leicht in die weichen Organe drücken – liegen sie davor, ist das Geschirr ggf. zu nah an den Achseln .
…: Schulter/Achseln
Die Schultern sollten frei beweglich sein. Oft haben deshalb Geschirre vom Halsausschnitt zum eigentlich „X“ noch ein Steg dazwischen, um eine bessere Beweglichkeit zu gewährleisten. Zu den Achseln sollte ca. 2-3 Finger Platz sein, um Scheuerwunden zu vermeiden .
…: Rutenansatz
Hier sollte das Geschirr enden und nicht das Band an dem die Zugleine befestigt wird.

Welche Zuggeschirr "Arten" gibt es überhaupt?

Welche passt meinem Hund am Besten?

  • Jeder Hund ist verschieden, selbst bei den gleichen Eltern und dem gleichen Wurf.

Daher erklären wir nun die unterschiedlichen Arten von Zuggeschirren : 

X-Back

Zu erkennen an dem vernähten „X“ im Rückenbereich – daher der Name. Diese Art von Geschirr hat inzwischen jeder bekannte Hersteller.

Wir empfehlen dieses Geschirr sehr sehr gerne. Da es den Rückenbereich stabilisiert und dem Hund durch die Passform Sicherheit gibt. Es unterstützt den Laufgang des Hundes und lässt ein freies Spiel der Muskelgruppen zu

H-Back

Auch dieses Geschirr ist leicht an dem vernähten „H“ im Rückenbereich zu erkennen.

Es hat den Vorteil, dass man es an vielen Punkten verstellen kann und somit optimal an den Hund anpassen kann. Der Hund wird optimal in der Rückenmuskulatur gestärkt. Bei bereits vorhandenen leichten Rückenprobleme oder einer sichtbaren Steifheit, sollte dieses Geschirr der Favorit sein.

V-Back

Kein „H“ im Rücken, kein „X“ im Rücken – der Rücken ist frei. Wenn man genau hinsieht, ergeben die Gurte dann ein „V“ – daher der Name.

Bekannt ist dieses Geschirr auch unter dem Namen „Faster“.
Es eignet sich für Hunde mit starken Rückenmuskeln. Wir empfehlen es daher nicht bei Anfängern, Funsportlern bzw. Gelegenheitsläufern. Ohne die starke Rückenmuskulatur wird der Hund darin nicht stabil laufen ggf. sogar „pendeln“. 

Kurz-Zuggeschirre zB. das Nukka

Ist KEIN Zuggeschirr für den Zughundesport. Es eignet sich hervorragend fürs Wandern, Trailen oder andere leichte Zugarbeiten.

In einigen Fällen ist es auch noch rentabel im Zughundebereich, wenn zB der Hund sehr klein ist und die „Masse“ nicht so einsetzen kann, wozu die Zuggeschirre gemacht sind.